PDK oder Schaltgetriebe oder Tiptronic

Die Kraft der Motoren wird wahlweise über ein Schaltgetriebe oder über ein Automatikgetriebe an die Antriebsräder übertragen. Hierbei besteht die Wahl zwischen PDK oder Schaltgetriebe. Vor dem Facelift hieß das Automatikgetriebe noch Tiptronic S. Zusammen mit Motor und Fahrwerk trägt das Getriebe maßgeblich zum Fahrspaß bei, weshalb der richtigen Wahl große Bedeutung zukommt.

Schaltgetriebe

Alle Modelle wurden ab Werk mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe angeboten. Die Schaltwege sind kurz und exakt. Die Pedalerie ist ergonomisch ideal angeordnet. Eine Ausnahme bildet der 987.1 mit 2,7 Liter Motor, welcher serienmäßig mit einen manuellen Fünfganggetriebe ausgeliefert wurde.  Das optionale Sechsgangschaltgetriebe ist, wegen des hohen Aufpreises, nur sehr selten verbaut. Der fehlende sechste Gang wird jedoch selten als echter Nachteil wahrgenommen. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt unbeeinträchtigt, lediglich das Drehzahlniveau bei hohen Geschwindigkeiten ist höher. Der Durchzug im oberen Geschwindigkeitsbereich leidet allerdings unter der langen Übersetzung, weshalb der Fahrer auf der Autobahn häufiger in den vierten Gang schalten muss. Seit dem Facelift ist auch die kleine Maschine im 987 an ein Sechsganggetriebe gekoppelt.

Schaltgetriebe in einem 997

Schaltgetriebe in einem 997

Als Option wurde für alle Modelle mit Schaltgetriebe eine Schaltwegverkürzung angeboten. Durch eine geänderte Mechanik ermöglicht sie ein schnelleres und präziseres Wechseln der Gänge und kommt damit einer sportlichen Fahrweise entgegen. Bei niedrigen Temperaturen und kaltem Getriebeöl ist jedoch mit deutlich höherem Kraftaufwand beim Schalten zu rechnen. Die meisten Kunden haben daher auf die Schaltwegverkürzung verzichtet. Ein nachträglicher Einbau kostet rund 350 €. Im umgekehrten Fall ist auch die Rückrüstung möglich.

In jedem Fall kommt ein Fahrzeug mit Schaltgetriebe dem Anspruch des Fahrens und ursprünglichen Sinne und einer möglichsten engen Verbindung von Mensch und Maschine am nächsten. Die Innigkeit zum Fahrzeug, die ein klassisches Schaltgetriebe bietet, erreicht keine Automatik. Speziell wenn der Porsche als Spaßauto und Fahrmaschine gedacht ist, ist das Schaltgetriebe eine absolute Empfehlung. Nachteilig ist ggf. der nicht ganz unerhebliche Kraftaufwand, den die Kupplung erfordert. Aufgrund des hohen Drehmoments, das diese übertragen muss, ist diese schwergängiger als bei konventionellen Fahrzeugen. Man gewöhnt sich hieran recht schnell. Nur bei längeren Stop-and-Go Phasen im Stau oder in der Stadt kann dies ermüdend werden. Zierliche Fahrer mit hohem Stadtanteil im Fahrprofil könnten daher mit einem Automatikgetriebe besser beraten sein.

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Pedalerie mit Schaltgetriebe: Innige Verbindung von Mensch und Maschine.

Tiptronic S (Automatikgetriebe)

Die Tiptronic S (optional in allen vFL-Modellen) ist eine Wandlerautomatik mit Überbrückungskupplung und fünf Gängen. In Sachen Schaltzeiten und Schaltverhalten repräsentiert sie den Stand der Technik von Mitte der 2000er Jahre. Das Anfahr- und Schaltverhalten ist eher verhalten und raubt speziell den kleineren Motoren an Temperament, der Porsche verliert an Agilität und Dynamik. Subjektiv wirkt das Fahrzeug schwerfälliger, die schlechteren Beschleunigungswerte und die geringere Endgeschwindigkeit belegen diesen Eindruck.

Durch Drücken der SPORT-Taste (nur bei Fahrzeugen mit SportChrono-Paket) ändert sich die Schaltstrategie der Tiptronic, wodurch das Fahrzeug an Dynamik gewinnt. Im SPORT-Modus ist das Drehzahlniveau höher, die Tiptronic schaltet später in den nächsten Gang. Schon bei leichtem Bremsen schaltet die Tiptronic S zurück. Alternativ gibt es einen manuellen Modus. So kann mit kleinen Tasten am Lenkrad selbst geschaltet werden. Die Ergonomie dieser Tasten gilt als ausbaufähig und wurde mit dem Facelift erheblich verbessert. Auch im manuellen Modus schaltet die Tiptronic bei Höchstdrehzahl automatisch hoch, was Nachteile beim Rundstreckenbetrieb hat.

Die genannten Eigenheiten sprechen für sportlich orientierte Fahrer eher gegen ein Fahrzeug mit Tiptronic S. Sie gilt gemeinhin als Makel und senkt den erzielbaren Marktpreis. Steht jedoch entspanntes Cruisen im Vordergrund kann die Tiptronic dennoch eine gute Wahl sein. Sie hat durchaus ihre Anhänger und bietet Raum für Preisnachlässe. Vor dem Kauf ist jedoch eine ausgiebige Probefahrt empfehlenswert.

Porsche Doppelkupplung (Automatikgetriebe)

Im Zuge des Facelifts ersetzte  das Porsche Doppelupplungsgetriebe (PDK) mit sieben Vorwärtsgängen die ältere Tiptronic S. Seitdem bestand nur noch die Wahl zwischen PDK oder Schaltgetriebe. Mit dem PDK hat Porsche den Anspruch, den Komfort einer Wandlerautomatik mit der Performance eines Schaltgetriebes zu vereinen. Hierzu besteht das PDK aus zwei Teilgetrieben mit zwei separaten Kupplungen. Ein Getriebestrang überträgt die Kraft des eingelegten Gangs. Im anderen Teil ist der nächsthöhere Gang bereits vorgewählt. Beim Hochschalten öffnet die Kupplung des einen Teilgetriebes, während sich die andere Kupplung schließt. So ist ein sehr schnelles Schalten, auch unter Volllast, möglich.

Das Resultat: Die Beschleunigungswerte übertreffen Fahrzeuge mit Schaltgetriebe, zudem lassen sich ggf. leichte Verbrauchsvorteile erzielen. Wird die serienmäßige SPORT-Taste gedrückt schaltet PDK aggressiver, die heißt die Gänge werden weiter ausgedreht und schon früh erfolgt ein Zurückschalten in den nächst kleineren Gang. In Verbindung mit dem Sport Chrono Paket gibt es zusätzlich eine SPORT PLUS-Taste. Wird diese aktiviert wechselt PDK zu einer Schaltstrategie, die für den Betrieb auf der Rundstrecke konzipiert ist. Das Triebwerk wird hierbei für bestes Ansprechverhalten stets im oberen Drehzahlbereich gehalten. Auf öffentlichen Straße ist dieser Modus jedoch nur bedingt alltagstauglich, wenngleich er seine Anhänger hat.

Im manuellen Modus kann entweder mit dem PDK-Wählhebel, über vergrößerte Lenkradtasten (serienmäßiges Multifunktionslenkrad) oder über Schaltpaddles (optionales SportDesign-Lenkrad) geschaltet werden. Wird bei gedrückter SPORT PLUS-Taste manuell geschaltet, erfolgt am Drehzahlbegrenzer kein selbstständiges Hochschalten mehr. So lassen sich ungewollte Lastwechselreaktionen vermeiden –hilfreich, wenn man sich im fahrdynamischen Grenzbereich bewegt. Durch die extrem kurzen Schaltzeiten macht das manuelle Schalten unglaublichen Spaß. Im Stau oder in der Stadt ist es dagegen recht angenehm, diese Pflicht der Elektronik zu überlassen.

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PDK-Wählhebel in einem 911, Typ 997.

PDK oder Schaltgetriebe oder Tiptronic — Mein Fazit

Sowohl das Schaltgetriebe (vFL und FL) als auch das Doppelkupplungsgetriebe (erst ab FL) sind ausgezeichnete Getriebe und uneingeschränkt empfehlenswert.

Menschen, die den Porsche zum Fahren um des Fahrens willens kaufen, sind mit dem Schaltgetriebe sehr gut beraten. Es erlaubt die innigste Verbindung zwischen Mensch und Maschine und steht für ein puristisches und unverfälschtes Fahrerlebnis. PDK dagegen verbindet gekonnt zwei Welten: Es kommt dem Komfort einer Wandlerautomatik relativ nahe. In der Stadt oder im Stau ist es sehr praktisch, das Schalten der Automatik zu überlassen. Auf der Landstraße oder der Rennstrecke kann man dagegen im manuellen Modus schalten, was aufgrund der extrem kurzen Schaltzeiten großen Spaß macht. Die Entscheidung ist hier eine reine Geschmacks- und Preisfrage.

Aufgrund der verhaltenen Dynamik ist die Tiptronic S nur eingeschränkt zu empfehlen und passt nicht so recht ins Konzept eines Porsche. Für wen das entspannte Cruisen jedoch explizit im Vordergrund steht kann die Tiptronic ggf. eine Überlegung wert sein.

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